Ein klein wenig zu lange habe ich mich über die Auslage gebeugt. Im Augenwinkel sehe ich einen Verkäufer im Landeanflug. Freudig lächelnd beginnt er in der Sprache seiner Eltern auf mich einzureden. Höfliches Lächeln meinerseits: „Wakarimasen“ (Ich verstehe nicht, bzw. Ich weiss nicht, wertvoller Allzwecksatz).Ob er Englisch spricht, frage ich vorsichtig, doch da hat er schon den Rückzug angetreten, Englisch ist ihm unheimlich.
Diese an und für sich unspektakuläre Begebenheit hat im Takashimaya stattgefunden, einem der ganz grossen Kaufhäuser von Tokyo, 14 Stockwerke, jedes eine Welt für sich. Die grossen Edelkaufhäuser geben sich alle recht europäisch. Uhren aus der Schweiz und Deutschland, Mode von Versace, Ermenegildo Zegna, von Burberry und Boss, fetter Schmuck von Bulgari und Cartier. Einzig der japanische Perlenzüchter Mikimoto scheint mithalten zu können. Schick ist, was aus Europa kommt, so wie bei uns gerade Sushikochkurse en vogue sind. Doch Englisch spricht hier niemand.
Nicht falsch verstehen, ich will mich nicht beschweren. Schliesslich bin ich ja in dieses Land gekommen, also habe ich gefälligst Japanisch zu lernen. Das tue ich nach Leibeskräften und ich kann Sachen sagen wie „Das ist meine Visitenkarte“, „Der Zug ist schnell“ oder „Der Kugelschreiber ist unter der Zeitung.“ Wenn ich im Supermarkt nach meiner Punktekarte gefragt werde nützt das aber noch denkbar wenig. Als geradezu gefährlich hat sich herausgestellt, mir einen Satz einzuprägen und ihn dann anzuwenden. Wenn ich mir genau überlegt habe, was ich essen will und es im Restaurant dann Japanisch bestelle, denkt die Kellerin „Prima, Langnase-san spricht fliessend Japanisch“ und fragt mich ob ich in meiner Nudelsuppe lieber Lauch oder Frühlingszwiebeln möchte und spätestens dann fliegt mein Bluff auf.
Diese an und für sich unspektakuläre Begebenheit hat im Takashimaya stattgefunden, einem der ganz grossen Kaufhäuser von Tokyo, 14 Stockwerke, jedes eine Welt für sich. Die grossen Edelkaufhäuser geben sich alle recht europäisch. Uhren aus der Schweiz und Deutschland, Mode von Versace, Ermenegildo Zegna, von Burberry und Boss, fetter Schmuck von Bulgari und Cartier. Einzig der japanische Perlenzüchter Mikimoto scheint mithalten zu können. Schick ist, was aus Europa kommt, so wie bei uns gerade Sushikochkurse en vogue sind. Doch Englisch spricht hier niemand.
Nicht falsch verstehen, ich will mich nicht beschweren. Schliesslich bin ich ja in dieses Land gekommen, also habe ich gefälligst Japanisch zu lernen. Das tue ich nach Leibeskräften und ich kann Sachen sagen wie „Das ist meine Visitenkarte“, „Der Zug ist schnell“ oder „Der Kugelschreiber ist unter der Zeitung.“ Wenn ich im Supermarkt nach meiner Punktekarte gefragt werde nützt das aber noch denkbar wenig. Als geradezu gefährlich hat sich herausgestellt, mir einen Satz einzuprägen und ihn dann anzuwenden. Wenn ich mir genau überlegt habe, was ich essen will und es im Restaurant dann Japanisch bestelle, denkt die Kellerin „Prima, Langnase-san spricht fliessend Japanisch“ und fragt mich ob ich in meiner Nudelsuppe lieber Lauch oder Frühlingszwiebeln möchte und spätestens dann fliegt mein Bluff auf.
In dem Film „Der 13. Krieger“ hat Antonio Banderas eine Fremdsprache innerhalb weniger Tage durch Zuhören gelernt. Ich finde das ziemlich effektiv. Deshalb höre ich auch immer sorgfältig zu, aber während Antonio jetzt wohl schon Kawabata im Original lesen könnte, hat mich ein Buch für Dreijährige total überfordert, das ich mir diese Woche gekauft habe. Das einzige, was ich durch Zuhören gelernt habe ist in etwa: „Das ist die Yamanote Linie nach Shinjuku und Ikebukuro. Der nächste Bahnhof ist Harajuku. Bitte steigen Sie für die Chiyoda Linie hier um. Die Türen auf der rechten Seite öffnen sich.“ Da ich während des Studiums stark auf Transferdenken gedrillt wurde funktioniert das ganze auch in der Rinkai Linie. Doch mehr und mehr drängt sich bei mir der Verdacht auf, dass man das bei Antonio nur gemacht hat, damit der Film zügig und spannend weitergehen kann.
Ich stelle hier in Japan fest, dass die grösste Barriere bei der Kommunikation die Sprache ist. Es ist erstaunlich, wie weit man mit Gesten und Pantomime kommen kann. Manchmal nützt aber auch das Zauberwort „Wakarimasen“ nichts. Viele Japaner wiederholen ihren Satz einfach, wenn sie merken, man hat ihn nicht verstanden. Offensichtlich ist der 13. Krieger in Japan weit verbreitet und mit ihm der Glaube, durch geduldiges Zuhören liesse sich das Problem lösen. Vielleicht ist es aber auch nur der dezente Hinweis: „Geh erstmal heim und lern was.“ Und das mache ich jetzt auch wieder.
Damit der Post nicht so texlastig ist, habe ich ihn mit ein paar herbstlichen Impressionen (jaaa, wir haben hier noch Herbst) aufgehübscht.
3 Kommentare:
Super Bericht. Ich hab mich köstlich amüsiert. echt genial!
Wünsch dir auf jeden Fall schon mal schöne WEihnachten und nen guten Rutsch ins Jahr 2009. Wir fliegen morgen für 4 Wochen nach Indien.
Grüße DAni
Zum Trost: manche Kollegen aus dem hohen Norden scheitern bereits am Kurpfälzisch beim Einkaufen in Speyer ;-)
Erzählst Du uns mal was über den japanischen Vorweihnachtswahnsinn, so es ihn denn gibt?
Hi Markus,
das kann ich mit den hiesigen Chinesen voll und ganz nachvollziehen. Kann man einen Satz, halten die einen für nen native speaker, kommt dann der Zauberyatz "Ich versteh das nicht" ist das Gespräch aber schlagartig beendet. Kopf hoch, wir sind nicht alle 13. Krieger...vielleicht ja nur der 14. ;o)
LG Judith
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